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50. Länderspiel: Matchbericht
von Franz aka Kaiser Beckenbuur Das
50. Länderspiel des Swiss Dream Teams war angesagt. Happy Fifty! Die Dreamer aus San José und dem Osten (Rolando, Pick, Victor, Rivelinho und seine Angetraute) trudelten mit Rolando ein. Don Ursulo kam ebenfalls per Auto, währenddem Eloy und Juan unter heftigen Regenfällen mit dem Motorrad eintrafen. Glück für Rive und seine persönliche Masseusin, dass sie im Wagen von Rolando Unterschlupf fanden Doch dann der erste Schreck! Die Halle war ja viel zu gross. Das war kein Fútbol-5 Feld sonder eines für Fútbol-7. Eloy hatte ganze Arbeit geleistet. Wie dieses Spiel wohl Enden sollte, die 7 Schweizer, Durchschnittsalter irgendwo zwischen 35 und 40 angesiedelt, gegen die 9 jungen und durchtrainierten Mini-Schwarzenegger aus Heredia? Keine guten Vorzeichen auf jeden Fall für dieses Jubiläumsspiel. Wenigstens war der Kunstrasen erste Sahne, es war eine Freude auf dem Feld zu spielen. Rolando
stellte die Mannschaft auf, zwei Verteidiger mit ausschliesslichen Defensivfunktionen,
zwei Mittelfeldspieler auf der Seite und einer in der Mitte, als Scharniere zwischen
Angriff und Verteidiger, dazu eine Spitze. Allen war klar, dass dieses Spiel in die Beine gehen würde. Zurückhaltung war angesagt und Kräfte sparen. Doch leichter gesagt als getan. Der Gegner, seinem draufgängerischen Naturell entsprechend, praktizierte ein geradezu mörderisches Pressing. 2-3 Muskelprotze attackierten konstant die Schweizer Abwehrspieler und den Goalie, so dass an einen gepflegten Aufbau kaum zu denken war. Rolando erwischte es als ersten. Unter grossem Druck ein Querpass zur Mitte, dieser wurde von den Gymnasiasten erlaufen, doch zum Glück flog der Ball am Tor vorbei. Der Druck des Gegners blieb konstant. Trotzdem versuchten die Dreamer weiterhin einen konstruktiven Aufbau zu betreiben. Dies gelang vielfach dann, wenn Victor den Ball annahm, meist einen Gegner aussteigen liess und nach vorne zog. So zog er einen weiteren Antipoden auf sich, Rive oder Juan waren frei und per Doppelpass wurde der Angriff weitergeführt. In der Spitze war Don Ursulo ziemlich verloren, alleine erhielt er wenig brauchbare Bälle oder dann, nicht genau auf dem Mann, und läuferische Glanzpunkte setzte der Bomber aus Belén ja selten. Pick wurde ebenfalls gut abgeschirmt, er musste defensiv stark aushelfen und verlor so den Zug nach vorne. In der Mitte lief Juan zwar viel, das Stellungsspiel liess manchmal jedoch zu wünschen übrig und so kamen immer wieder gute Pässe quer durch die Mitte auf die Spitzen der Gymnasiasten. Es war eine Frage der Zeit bis zum ersten Gegentreffer, der dann auch prompt fiel. In dieser Phase, von der zehnte bis zur zwanzigsten Minute, wurden die Helvetier stark unter Druck gesetzt. Die spärlichen Angriffe endeten meist im Getümmel vor dem gegnerischen Tor. Victor lief fiel und gefiel durch Einfallsreichtum, musste aber auch seine Position in der Verteidigung halten. Trotz des Drucks und des zweiten Gegentreffers (ein schönes Tor per Absatz, Rivelinho stand nicht nahe genug am Bodybuilder), konnte man nun bessere Ansätze im Spiel erkennen. Die Ballsicherheit nahm zu, man hatte ein paar Rezepte gefunden sich aus der Verteidigung zu lösen und weiter nach vorne zu kommen. Pick und auch Don Ursulo kamen zu ihren ersten Chancen, leider wurde nichts draus. Zu diesem Zeitpunkt, als die Schweizer langsam aufwachten und trotz der konditionellen Nachteile besser ins Spiel fanden, fiel dann der dritte Gegentreffer. Doch nun lief es besser. Juan fand zu seiner Position, Rivelinho harmonierte gut mit Victor und Rolando, anfänglich sehr unsicher, spielte nun souveräner und kam auch mit nach Vorne. Verdient dann der erste Treffer der Dreamer, ein schöner Pass von Don Ursulo pfannenfertig auf Pick, 1-3! Dies war auch das Pausenresultat. Den Schweizern war klar, dass nur eine aussergewöhnliche Leistung in diesem Spiel eine Wende bringen konnte, zu eklatant waren die körperlichen und konditionellen Vorteile der Gimnasiasten. Rolando beorderte nun Victor ins Mittelfeld, der an diesem Tag vor Spielfreude sprühte. Rivelinho rückte in die Verteidigung um körperlich dagegen zu halten. Der Schachzug zahlte sich aus, obwohl die Dreamer schon nach kurzer Zeit das 1-4 kassierten. Rivelinho und Rolando spielten sich die Bälle ziemlich sicher zu, der zu Hilfe eilende Victor nahm dann den Ball an und stiess nach vorne. Ein grosses Problem für die Dreamers war die Unterzahl im Angriff. Aufgrund konditioneller Grenzen war es schlicht nicht möglich, dem Gegner mit 5 Offensivleuten zu begegnen, währenddem sich die Bodybuilder immer wieder als Block offensiv und defensiv betätigten, deren Laufwege schienen unendlich und es kam vor, dass der quirlige Victor oder der in der zweiten Hälfte stark spielende Rivelinho einen Gegner ausdribbleten, nur um ihn ein paar Meter weiter vorne wieder vor sich zu haben Während der Gegner das Fútbol-7 Spiel gewohnt war, mussten sich die Dreamers zuerst an das grössere Feld gewöhnen. Zum Vorteil gereichte ihnen das Direktspiel, welches sie sich durch die Matches auf dem kleineren Terrain angeeignet haben. Aufgrund dieser relativen Ballsicherheit gelang es schliesslich auch, den Ball meist geordnet über die Mittellinie zu tragen. Bei den Gimnasiasten wurde da rustikaler vorgegangen unter Druck, der Ball vom Torhüter auch einmal direkt vor den Kasten der Schweizer gekickt, Kick and Rush a la Herediana. Eine den Schweizern bis anhin unbekannte Regel des Fútbol-7 Spiels gereichte ihnen nun zum unverhofften Vorteil. Die sogenannte 5-Mannschaftsfouls-Regel, wonach nach dem 5 Regelverstoss eine Art Penalty-Freistoss aus ziemlicher Distanz von der anderen Mannschaft ausgeführt werden darf. Victor schnappte sich das Leder und versenkte den keinesfalls einfachen Penalty aus der Distanz klar. 2-4! Hoffnung keimte. Diese wurde Sekunden später jedoch jäh geknickt, als durch den einzigen Schnitzer von Goalie Eloy, der Gegner zum 2-5 einschoss. Der Swiss-Goalie liess ein Schüsschen passieren. Trotzdem wurde hart weitergekämpft. Die Einsätze von Juan, Rive und Rolando waren oft an der Grenze, doch der Gegner stand dem in nichts nach. Trotz des überaus harten Einsatzes beider Seiten blieb es ein faires Spiel. Die Schweizer lösten sich nun immer besser aus der Verteidigung. Beim 3 Torerückstand beliess es Rivelinho nun auch nicht mehr beim Spielaufbau und der Verteidigung, sondern stürmte jeweils an der Seite von Victor nach vorne. Der Gegner setzte nun auch nicht mehr ganz so hartnäckig zu wie noch zu Beginn, dies liess den Schweizern einen Tick mehr Raum, den sie umgehend zu nutzen wussten. Immer wieder waren es Victor und Rive die von hinten heraus den Ball nach vorne trieben, vielfach mit Dribbling oder Rushes über die Banden und dann den Ball zur Mitte legten und hofften, ein Dreamer stünde da. Doch auch der Gegner hatte seine Chancen, in dieser Phase war Goalie Eloy jedoch ein sicherer Rückhalt, bis Ende des Spiels machte er gar ein paar sensationelle Paraden. Dazu verschossen die Gimnasiasten noch ihren Penalty. Wenn dies kein Zeichen war! Die berüchtigte Helvetier-Schlussphase bahnte sich an. Das wegweisende 3-5, in einem Getümmel schnappte sich Pick den Ball und legte schön auf Don Ursulo auf, dieser schob ein. Nun wollten es die Rotjacken nochmals wissen. Keinem war klar, dass zu diesem Zeitpunkt nur noch 8 Minuten bis zum Ende fehlten. Jeder lehnte sich nochmals auf und mit jeder gelungenen Aktion, jedem Ballgewinn und jedem Dribbling und Schuss geriet das keltische Blut der Dreamers mehr in Wallung, während der Gegner immer unsicherer wurde, grösste Chancen fahrlässig vergab oder von Eloy pariert sah. Die konditionellen Unterschiede schienen mittlerweile zu verfliessen, Juan, Victor und Rive rannten für vier, doch auch die anderen Dreamer gingen an die Reserven und rannte wie wohl kaum je in einem Spiel zu vor. Don Ursulo begann die Bälle zu gewinnen, Pick spielte sich immer wieder in Abschlussposition und Rolando wurde zur Wand für die Heredianos. Rivelinho ging nun meist an der Seitenlinie mit Victor nach vorne, stiess aber dann zur Mitte. So auch bei einer der schönsten Aktionen des Spiels, leider nicht gekrönt durch ein Tor. Der Ball lief über Umwege zurück auf Rolando, dieser auf der Mittellinie mit einer gefühlvollen Flanke Richtung Rive, der Ball kam jedoch ein wenig zu weit vorne, doch Rive erwischte das Leder mit einem prächtigen Flugkopfball, doch durch die weite Distanz konnte der Torhüter den Ball aus der Luft pflücken. Aber es war ein erster Warnschuss. Nun waren drückten die Schweizer, spielten aber natürlich hinten ein wenig Harakiri. Ein Eckball für die Dreamers, der Gegner war sich noch am organisieren, Rive sticht hinter dem Rücken seines Gegenspielers hervor und Victor sah dies und lupfte' den Ball technisch stark, Rivelinho völlig frei aber aus kompliziertem Winkel wuchtete den Ball per Kopf ins Torkreuz. Der Torhüter war noch dran, konnte aber nichts ausrichten. 4-5! Die Avalancha Alpina war nun am Rollen. Ein Ball auf Victor auf der rechten Seite diesmal, der Pass zur Mitte und wieder war Verteidiger Rivelinho da, hielt den Fuss hin und schob ein zum Ausgleich! Die Bodybuilder wussten nicht was ihnen geschah, doch es kam noch schlimmer. Die letzten Sekunden des Spiels, ein dummes Foul eines Gegners und wiederum die 5-Mannschaftsfouls-Regel. Der Matchball! Der Penalty von Victor, hart und flach getreten, ziemlich in die Mitte des Tors, doch der Torhüter kriegte ihn nicht zu fassen, 6-5 Führung für die Helvetier! Sekunden danach der Abpfiff! Kaum zu glauben! Fabelhaft, unwahrscheinlich! Es fehlten die Worte! Der Fussballgott muss ein Dreamer sein! Das
zweite Mal in Folge ein schon verlorenes Spiel gedreht. Dies zeugt von viel Charakter
der ganzen Mannschaft, von Geschlossenheit und Lernvermögen. Ein bisschen
Glück war auch dabei, Zufall war es jedoch nicht. Ich bin stolz auf euch
Buab'n! Auf
bald, Rivelinho:
"Das war sensationell. Selber habe ich einen sehr guten Match gespielt, ich
habe keinen Kopfball verloren. Danke meiner Begleiterin, die mich wirklich zu
einem starken Spiel motiviert hat, obwohl ich ein paar Stunden vorher bereits
eine Stunde auf dem Platz stand." Pick:
"Man hat gut gesehen, dass wir noch nie 7-7 gespielt haben. Sehr viele Fehler
in der Abstimmung und taktische Mängel konnten wir aber mit einer grossartigen
kämpferischen Leistung der ganzen Mannschaft wettmachen. Vor allem Viktor
spielte in der 2. Halbzeit eine ganz tolle Partie als Spielmacher, Antreiber und
nervenstarker Penaltyschütze." Eloy:
Gutes Spiel, keine üblen Ausflüge und Pässe aber ein grober Schnitzer. Rolando:
Musste dirigieren und korrigieren. Am Anfang stark in Bedrängnis, fand aber
immer besser ins Spiel und war der Turm in der Schlacht gegen Ende. Juan:
Viel gelaufen, aber fehlte auch vielfach in der Abwehr. Kämpferisch sehr
gut, war aber als zentraler Spieler im Mittelfeld oft falsch positioniert oder
nahm andere Positionen ein. Victor:
Wird wieder besser. Beide Penaltys versenkt. In der ersten Hälfte defensiv
ordentlich, nach vorne erfrischend, in der 2.Hälfte läuferisch und technisch
Klasse, auch kaltblütig. Rivelinho:
Zweite Hälfte besser als in der ersten, mit 2 Toren als Verteidiger läuferisch
sehr wertvoll, stopfte immer wieder Räume, schuf Überzahlsituationen
für den Angriff. Harmonierte glänzend mit Victor, schoss die wichtigen
Tore und verlor keinen Kopfball. Pick:
Hatte einen schweren Stand gegen diesen Gegner und musste vielfach hinten aushelfen.
Hat sein Tor gemacht, in der ungewohnten Position gut defensiv gearbeitet, konnte
aber keinen Unterschied zum Gegner machen. Don
Ursulo: Einziger Stürmer, war schwer sich effizient durch zu setzten.
Schoss das wichtige 3:5, was den Kehrpunkt der Partie einläutete. Eine Stunde
nonstop ist aber zuviel und kommt nicht seinem Naturell entgegen.
IMPERIAL
PLAYER of the GAME: Victor
mit Note 9,10 war verdienter Sieger Azurro-Preis:
*Gegen die Game Stats kann nur innerhalb von 48Std. rekurriert werden. (C) All Rights reserved. S.D.T. 2004 *
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