![]() |
Don Ursulo - Fine Costa Rica Cigars ![]() | ||
| Home |
35. Länderspiel: Matchbericht
von Franz aka Kaiser Beckenbuur Zur
Teamaufstellung: (V = Verteidiger, HS = Hängender Stürmer, S= Stürmer) Das
Aufgebot für dieses Spiel hatte es mal wieder in sich. Zusagen und Absagen
wechselten sich täglich, Stammspieler Pick sagte zunächst zu, meldete
sich dann aber an den Strand (Pura Vida) ab, wohl nur aufgrund seiner sonst vorbildlichen
Einstellung entkam er Sanktionen. El Brujo sagte noch am Montag, er werde sich
bei Rivelinho melden, doch dieser bekam nie einen Anruf. Das geht natürlich
nicht. Rolando wusste auch bis zu letzt nicht, ob er erscheinen könnte. Victor
fiel dem Stau oder einem unzuverlässigen Nachbar zu Opfer und erschien erst
für die zweite Hälfte. Zwanzig Minuten vor Beginn meldete sich auch
noch Keeper Eloy, sein Motorrad sei nicht bereit und Rivelinho musste ihn noch
abholen gehen. Schliesslich hatten die Dreamers sechs bis neun Spieler im Aufgebot,
bei den Tico-Gastspielern weiss man ja auch nie, ob sie wirklich auftauchen. Für
die ordentliche Planung eines Spiels war es auf jeden Fall ein Graus und wirklich
bedenklich
Die Dreamers gingen das Spiel mit einer defensiven Taktik an, es sollte nicht zuviel gewagt werden, der Gegner war technisch einfach zu stark um ihm ins Messer zu laufen. Dies ging am Anfang auch ziemlich gut. Das starke Pressing der Schweizer war den Hoteleros sichtlich unangenehm und die Ballstafetten verpufften hinter der Mittellinie ohne Wirkung. Die drei Angreifer der Suizos verrichteten ein enormes Laufpensum, defensiv wie offensiv. Zwischendurch wurden die offensiven Aktionen immer wieder wie Stiche gesetzt. Schnelle Konter liefen Richtung Tor des Gegners, doch zu einer richtigen Torchance kam man nicht, es fehlte die Präzision (Rivelinho) und die Ballsicherheit (El Toro) im Spielaufbau. Nach sechs Minuten dann die etwas überraschende Führung des Gegners. Ein Einkick zu Gunsten der Schweizer, El Toro nimmt sich viel Zeit, sieht aber keinen günstig positionierten Mitspieler, unter Druck ein schlechtes Zuspiel auf Rivelinho, dieser kommt aber nicht an den Ball, ein Gegner geht dazwischen und lanciert den Konter, 2-1 Situation und die Führung für die Palmen. Doch die Dreamers liessen sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Taktik wurde noch immer umgesetzt, ruhig den Gegner kommen lassen und aus einer sicheren Verteidigung heraus operieren. Es zeigte sich bereits, dass Captain Diego und Juan beide einen guten Tag eingezogen hatten. Dies konnte leider von Edgar nicht behauptet werden, dessen Stellungsspiel sehr fehlerhaft war und dessen Pässe aus der Verteidigung die Mannschaft manchmal gehörig ins Schwitzen brachte. Im Tor verrichtete Eloy eine vorzügliche Leistung. Nur drei Minuten später kam dann der verdiente Ausgleich für die Helvetier. Don Ursulo mit einer feinen Einzelaktion betätigte sich als Torschütze. Die Kontrolle über das Spiel hatten zu diesem Zeitpunkt ganz klar die Schweizer, obwohl der Gegner mehr Spielanteile besass. In der dreizehnten Minute dann gar das 2 zu 1, wieder durch Don Ursulo der mit einem satten und genauen Schuss (auf Pass von El Toro) dem Palmen-Torwart keine Chance liess. Dieses Resultat konnte bis zur Pause gehalten werden. Eloy entschärfte die wenigen wirklich gefährlichen Angriffe der Hoteleros. Die Schweizer attackierten den Gegner ab der Mittelinie und machten den Raum gut zu, Palme Alex konnte sein Spiel kaum aufziehen. Im Gegenteil, bei einem Angriff von Diego, der den Ball führte, liefen rechts von ihm noch El Toro und links Rivelinho mit, doch die 3-1 Situation wurde fahrlässig ausgelassen, der Pass von Diego kam zu spät, und El Toro wählte einen schlechten Laufweg. Der sehr gute Schiedsrichter, pfiff nach 25 Minuten zur Pause. Wieder einmal lagen die Dreamers zur Halbzeit vorn und wieder einmal sollte sich das Bild in der zweiten Hälfte ändern. Es ist wirklich zum Haare raufen! Die Gründe für den neuerlichen Leistungsabfall sind verschiedene. Zum einen trafen die Angreifer nicht mehr, El Toro und Rivelinho mit schwacher Chancenauswertung und vielen Fehlern im Doppelpass, Don Ursulo wurde kaum mehr in den Abschluss gebracht. Zum anderen agierte die Verteidigung in den ersten fünfzehn Minuten der zweiten Hälfte wie ein Hühnerhaufen. Edgar zog rabenschwarze Minuten ein, der dazugekommene Victor agierte viel zu offensiv und eigensinnig, Captain Diego schwieg meistens und überliess so die Verteidigung ihrem Schicksal. Selbst die Wechsel funktionierten nicht mehr. Alles, was vor der Pause noch klappte in der Verteidigung, war nun wie weggewischt und aus der 2-1 Führung wurde innert Minuten ein 2-3 Rückstand. Das dritte Tor der Hoteleros fiel dabei sehr glücklich. Ein Weitschuss wurde von einem Verteidiger unhaltbar in die andere Ecke abgefälscht. Es brauchte sage und schreibe eine Viertelstunde bis Diego die Verteidigung stabilisiert hatte. Nun aber wurde eine starke Schlussviertelstunde der Schweizer eingeläutet. Zunächst ein Eckball von Rivelinho, dieser wird scharf auf den Körper von Don Ursulo getreten der sich irgendwie in den Ball hineinwindet und das Leder ins Tor bugsiert. Doch der Schiedsrichter pfiff wohl zu recht auf Handspiel, obwohl es halb der Oberarm und halb die Schulter des Bombers war, die den Ball ins Netz beförderten. Doch die Angriffe rollten nun aufs Palmen-Gehäuse. Der Gegner spielte nun aber taktisch äusserst geschickt und bezog seinen Torhüter in das Aufbauspiel mit ein. Die Schweizer mussten das Pressing nun weit hinter der Mittellinie aufziehen, doch der mitspielende Torhüter lieferte den Hoteleros immer wieder eine gute Gelegenheit für Überzahlsituationen. Doch die Verteidigung war nun wieder im Lot und Eloy behielt die Schweizer mehrmals im Spiel. Vorne hingegen wollte der Ball einfach nicht ins Netz. Es waren zwar keine Top Torchancen die vergeben wurden, doch die Möglichkeiten für den Abschluss waren durchaus vorhanden. Acht Minuten vor Schluss, selbst Diego war nun meist vorne anzutreffen, ein beinahe tödlicher Konter der Palmen doch Don Ursulo als hinterster Mann rettet in extremis gegen einen Hammerschuss von Alex. Dann kurz darauf ein Foul hinter der Mittellinie an einem Helvetier. Während der Gegner noch die Mauer stellte, führe Diego den indirekten Freistoss schnell aus. Nur der Palmen-Goalie hatte aufgepasst und rannte aus seinem Kasten. Doch Rivelinho hatte seine Fussspitze noch vor ihm am Ball und dieser kullerte unter den Torwartbeinen hindurch zum Ausgleich ins Netz. Welch schlaues Tor der Schweizer! Die kurzen Proteste des Gegner verstummten schnell. Das Tor war absolut regulär. Das Spiel war nun auf Messers Schneide und es folgte eine Episode wie sie wohl nur der FC Bayern München (des weiss I wohl Buerschän! Schaut's euch weiter unten nur mal an was der Ottmar so erlebt hat bei uns!) oder eben das Swiss Dream Team, der FC Hollywood von Costa Rica, schreiben können. Hier der objektive Tatsachenbericht, denn subjektive Meinungen dazu gibt es viele und sehr unterschiedliche: Wenige Minuten waren zu spielen, das Spiel wogte auf und ab, beide Seiten konnten jederzeit die Vorentscheidung herbeiführen. Auf dem Spielfeld im Angriff waren El Toro und Rivelinho. Von der Seitenlinie aus brüllte Don Ursulo, das Spiel gehe noch 2-3 Minuten, es sei Zeit für einen Wechsel. Rivelinho hingegen schrie aus dem Spielfeld heraus zurück, dass für diese kurze Zeit kein Wechsel mehr vorgenommen werden sollte. Darauf folgte noch ein kurzer verbaler Schlagabtausch zwischen Rivelinho (am spielen) und Don Ursulo (auf der Bank). Nach zwei Minuten wollte sich El Toro auswechseln lassen, Don Ursulo verweigerte jedoch die Einwechslung. Das Spiel dauerte schliesslich nochmals drei Minuten länger in denen Rive und El Toro auf dem Zahnfleisch gingen und von Glück reden konnten, dass kein Treffer mehr fiel, obwohl auch Rive noch einen Matchball auf dem Fuss hatte. Nach dem Match folgten die gegenseitigen Anschuldigungen, Rechtfertigungen und selbst vor übelstem Fäkalienvokabular wurde nicht zurückgeschreckt. Der FC Hollywood eben, auf Ohrfeigen à la Lizarazu wurde aber verzichtet. Eine wirkliche Lösung des Problems gab es nicht und kann es auch nicht geben, zu unterschiedlich sind die verschiedenen taktischen Vorstellungen, zu unterschiedlich die charakterlichen Eigenschaften, das Ganze wird wohl enden wie es begonnen hat, spontan und zackig. Das
Unentschieden gegen Palma Real hat das Team auf jeden Fall sicherlich weitergebracht,
auch durch die verschiedenen Fehler die von allen begangen wurden, sei es auf
dem Feld, spielerisch und taktisch, oder neben dem Feld, taktisch und persönlich.
Der Gegner wäre an diesem Tag zu packen gewesen, wenn vor allem offensiv
mehr gelaufen wäre. Auf der anderen Seite haben die Schweizer in allen Hallenspielen
bisher erst viermal 3 oder weniger Tore erhalten und noch nie gegen eine derart
starke Mannschaft wie Palma Real. Dies hatte man eben auch den defensiv starken
Angreifern und deren Pressing zu verdanken. Das vierte Spiel gegen Palma Real
wird Klarheit bringen, es bleibt zu hoffen, dass dann die meisten Stammspieler
anwesend sind und man das bestens bekannte und eingeübte taktische System
der Vergangenheit anwenden kann.
Auf
bald, Rivelinho: "Das Spiel war wirklich interessant, wir konnten zwar wieder einen Vorsprung nicht halten, haben aber auch zweimal einen Rückstand wett gemacht. Die defensive Ausrichtung der Mittelfeldspieler war natürlich Gift für die Spielgestaltung, aber man hat dafür sehr wenig Tore bekommen, das wird oft von den Kritikern übersehen. Mein Tor war glücklich, Diego und ich haben eben einfach schneller gedacht als der Gegner. Am Schluss verlangte das Spiel konditionell alles ab, man musste sprinten, grätschen, nach vorne und nach hinten, alles war möglich, das Unentschieden aber gerecht. " Don
Ursulo: "Persönlich bin ich mit meiner Leistung zufrieden. Aus 1
½ Chancen zwei Tore erzielt, und dazu noch eines verhindert sind gute Werte
gegen einen solchen starken Gegner. Leider hat man mit einer falschen Taktik dieses
Spiel verloren. Die Aufstellung (komischerweise von Rive eingeleitet, wo war PCA
Diego?) mit El Toro als Offensivmann war ein riesen Fehler. Seine Stärke
ist klar das defensive Spiel mit gelegentlichen schnellen Vorstössen aus
der Tiefe mit abschliessenden Weitschüssen. So hatte er alle seine Tore erzielt.
Die Impulse die ein Spieler im Mittelfeld bringen muss waren nicht vorhanden.
Ein zweiter Bock war die Einwechslung von Victor als Verteidiger (anstelle im
offensiven Bereich).
Das
gute Abschneiden vom Deportivo Saprissa in Japan brachte indirekt Nachteile für
das Swiss Dream Team. Dank seiner guten Leistung an der Club-WM (laut FIFA-Noten
zweitbester Saprissa-Spieler) wird Ronald Gonzalez (35) dem S.D.T. doch nicht
im nächsten Jahr für die 11:11 Spiele zur Verfügung stehen. Eine
mögliche Vertragsverlängerung mit den Morados steht bevor. Schade, die
Vereinsführung hat bereits mit dem Italia-90 Spieler und Busenfreund von
Präsi Don U gerechnet.
Juan:
Gute Abwehrmanöver, sichere Ballkontrolle. Leider nach vorne ein wenig ungelenk
und mit schlechten Abschlüssen. Für seine Spielkultur und Erfahrung
müsste er mehr dirigieren, wenn Diego nicht auf dem Feld ist. Edgar:
Guter Anfang, danach konditioneller Einbruch, nicht sicher bei brenzligen Situationen.
Einige katastrophale Fehlpässe. Victor:
Sein spätes Zustossen brachte in unsere Abwehr ein Durcheinander. Hat nicht
wirklich viel zum Spiel beitragen können und weit unter seinem eigenen Niveau
gespielt. Als Verteidiger viel zu offensiv. Diego:
Ein sicherer Rückhalt für unsere Verteidigung. Kämpferisch erstklassig
wie er beim Pressing auf den Goalie mithalf. Gedanklich frisch und spielintelligent,
konditionell aber noch immer nicht in Topform. Hätte als Captain und Chef
der Verteidigung diese lauter führen müssen. Rivelinho:
Guter Laufeinsatz, defensiv und kämpferisch sehr stark, einige der wenigen
Torchancen herausgespielt, am Schluss fehlte die Präzision im Spiel und im
Abschluss. Zu viele Fehlpässe im offensiven Bereich. Sehr gut mitgedacht
beim Ausgleichstor. El
Toro: Guter Laufeinsatz und taktisches Verhalten beim Pressing, mit mehreren
Torchancen aber mit einer schlechten Auswertung. Braucht mehr Ballkontrolle. Verursachte
indirekt einen Konter der zum 1-0 für den Gegner führte. Brachte auf
dieser offensiven und schwierigen Position zu wenig Impulse. Don
Ursulo: Mässiger Laufeinsatz, ist zum 1.Mal in seiner SDT Karriere
IMPERIAL
PLAYER of the GAME: Eloy
mit Note 9,25 gewinnt seinen zweiten Saison-Impi Preis! Azurro-Preis:
Das Swiss Dream Team, aka FC Hollywood von Costa Rica, doch auch bei meinem FC Bayern geht's heiss her. Seht selbst was der Ottmar mir erzählte Der Brandmeistertrainer
*Gegen die Game Stats kann nur innerhalb von 48Std. rekurriert werden. (C) All Rights reserved. S.D.T. 2004 *
| ||||||||||||||||||||||||||||||||