Das
Öl im Kompass - Schöne rauchige Zitate
(aus "Geschichte
der Cigarre in Deutschland 1850-1920" von Bernd Kölling)
zusammengestellt
von Don Ursulo
Ich
schwöre in dem eigentümlichen Zustand des Durcheinanderwogens der
Gedanken auf die zauberhafte Wirkung der Cigarre, welche die Unruhe des
Denkens
beseitigt, Ordnung in dem Denkvorgang schafft und die geistige
Beschäftigung
mit einem Gegenstande möglich macht.
unbekannter
Heidelberger Arzt, 1895
Es ist mir geradezu unmöglich, etwas
zu komponieren bevor ich nicht jenen bläulichen Dunstkreis um mich erzeugt
habe, welcher die Aussenwelt zart
verschleiert und den Geist ins Reich der
Fantasie hinübergaukelt.
unbekannter Berliner Komponist, 1899
Mit der Cigarre fühle ich mich zu zweien. Ich schätze sie
also auch als vortreffliche Gesellschafterin. Einsam bin ich nicht allein. Eine
treue Gefährtin ist sie in der Einsamkeit, wenn da der Mund sein lautloses
Gespräch mit ihr hält. Sie vertreibt schwarze, melancholische Gedanken
und indem sie die Seele unterhält, erheitert, macht sie den Menschen auch
zur Erfüllung seiner Arbeiten und Pflichten munter.
Wie mancher Hunger
und Kummer und Ärger und Verdruss ist schon weggeraucht worden.
Julius Stettenheimer, Berliner Schriftsteller, 1890
Trotz meiner
Antipathie gegen das Rauchen liebe ich es bei Andern und fühle mich in einem
Raum, wo gutes Cigarrenkraut konsumiert wird, wenn auch in starkem Masse, ganz
behaglich. In guter Gesellschaft ist mir der Rauch des Tabaks ausgesprochen angenehm,
zumal sich das Behagen, das andere bei seinem Genusse empfinden, auf mich überträgt.
Heinrich Ernst, Berliner Kammersänger, 1890