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SWISS DREAM TEAM

Swiss Dream Team und Hotel Palma Real laden ein
zum Barrage-Spiel Türkei-Schweiz 4:2 - 16.11.2005, 11.30 a.m.

Unsere kurzfristig einberufene Fussballparty sollte der schönste Fussballl-Mittwoch werden seit 12 Jahren! Damals waren einige von uns beim Qualispiel im Hardturm, Schweiz-Estland (4:0), und feierten die WM-Teilnahme USA 1994.
Hoy en dia, tausende von Kilometern entfernt, in Koschta Rikka, sollte es wieder soweit sein - ALEMANIA 2006. Meistens gemeinsam haben wir die letzten 2 Jahren die verschiedenen WM-Quali-Spiele der Eidgenossen verfolgt. Zumeist im Internet-Radio, manchmal im TV wenn uns ESPN oder TV5 keine Streiche spielten. Heute war Highnoon. Und was für einer. Don Alfredo himself hätte nicht besser Regie führen können. Dramatik pur. Doch der Reihe nach:

Bereits 45 Minuten vor Anpfiff waren die meisten Aficionados Suizos und Ehrengäste im schmucken Hotel Palma Real Saal anwesend. Die Dreamers spendierten sich und ihren Gästen ein paar Flaschen Tinto zum Apéro, doch diese reichten nicht lange (obwohl: Für Dreamer Rolando standen 2 Flaschen stets griffbereit!!!) Zu durstig waren die Träumers and Friends ... oder musste man sich sogar Mut antrinken?

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an unseren Gastgeber, Werner Fuchs, der uns mit Speis und Trunk verwöhnt hatte. Die feinen Häppchen waren Spitzenklasse und das Flüssige ging nie aus, trotz des grossen Bedarfs bei allen Anwesenden. Vielen Dank Werner! Der lässige kleine Saal für die ca. 35 Schlachtenbummler und Presseleute war wie immer bei Dreamer-Anlässen mit den nötigen CH-Fahnen dekoriert, die Grossleinwand klasse, Sound super, alles Pura Vida! Dies dachte wohl auch die Nr.1 Radiostation in Costa Rica, Radio Monumental, die das Spiel live kommentierten aus unserem Saal. So gab es bereits Interviews von Diego vor dem Spiel zu hören, während dem Match musste Don U dreimal ran, und Rive wurde als Datenbank angezapft, ich glaube es wurden noch nie so viele Insiderkenntnisse ueber eine Schweizer Mannschaft an einem Tico-Radio erzählt wie heute. Die Radiolegenden von Ticolandia, Eduardo Herrera und Harrick Mclean Allen, hatten sichtlich ihren Spass an den Schweizer Ehrenkommentatoren. Noch zehn Minuten. ESPN ist bereits auf Sendung. Schnell nochmals ein Gläsl kippen. Die letzten Ehrengäste begrüßen: Ex-Nationalspieler Benjamin Mayorga genannt der Indianer, Juan Cayasso (1. WM-Torschütze von Costa Rica, WM 1990), Eduardo Méndez und Hugo Tassara von der heutigen C.R-Nati, S.D.T.-50er Club Mitglieder Gino Baumann und Ralph Ruckli, der omnipräsente Franzosen Konsul Don Fréderic, und und und, eine tolle Zuschauerschar.

Saal und Fans, vor dem Spiel noch (fast) alle ruhig und entspannt





Star-Radiokommentator Eduardo Herrera geht an "seine" sechste WM in Deutschland 2006


Letzter Soundcheck. Noch 5 Minuten. Der Höllenritt beginnt. Von der Schweizer Hymne hört man keinen Pips, die Retourkutsche für Bern.

Swiss Dream Team - Das Original - 16.11.2005


Ein wahrhaftiges Infierno im Türkenstadion. Bei uns aber eine tolle Stimmung und Hopp Schwiiz Hopp Schwiiz Rufe in ungewohnter Stärke und Volumen machten die Runde. Super! In den ersten 15 Minuten keine kassieren - vamos. Doch was passierte nun - nach knapp einer Minute Penalty für die Svizzeris - Riesentaumel im Saal, alle umarmten sich, doch keine Zeit, zunächst muss unser Alex-National noch sein Torekonto in die Höhe schrauben. Frei läuft an und TORRRRRRRRRRR. Der Lärmpegel im kleinen Saal ging ins Unermessliche. Unglaublich! Die Türken müssen nun 4 Treffer erzielen. Kann man sich jetzt nicht zurücklehnen und den Stresspegel senken? Aber wir Schweizer sind ja bei aller Passion noch immer rationelle Menschen. Da denkt man sich, aha, es sind ja noch 89 Minuten zu spielen, va bene. Klar war, dass die Türken jetzt zum totalen Sturmlauf ansetzten. Die Eidgenossen kontrollierten das Mittelfeld recht ordentlich und nahmen den Kebabs die Räume weg. Sensationell wieder das Spiel von Captain Vogel, kaum zu sehen aber immer am richtigen Fleck. Ex-FCZ-ler Gygax hatte in der 23. Minute sogar das 2:0 auf dem Fuss. Im Gegenzug das 1:1! Tuncay am langen Pfosten wurde von Barnetta vergessen und erzielte mit dem Kopf aus 5 Metern zum 1:1. In der Saalrunde wurden erste Unkenrufe gegen unseren Torhüter laut. Hätte er da nicht raus laufen müssen und die Pille wegfausten? Nun bebte das Sükrü-Sraçoglu-Stadion! Den Türken fehlten ja "nur" noch drei Tore zum WM-Ticket. In der 38. Minute waren es nur noch zwei! Eine Flanke von links, wieder Tuncay am langen Pfosten (diesmal erfolglos von Spycher gestört), wieder hatten die Schweizer Innenverteidiger (Senderos) ihre in Bern beim 2:0 noch demonstrierte Lufthoheit vermissen lassen, wieder ein Kopftor aus 4 Metern. Ein Deja-vu. Meine Güte. Irgendwie muss man sich ja beruhigen, noch mehr Vino, noch mehr Schreien, man unterstütze die Nati mit viel Herzblut. Endlich Halbzeit. Vielleicht hilft ein wenig frische Luft? Denkste. Angespannt bis in die Zehspitzen. Was wenn die Döner ihren Sturmlauf fortsetzen? Besser noch einen Schluck Roten.

Harrick Mclean Allen (links) mit El Indio Suizo/Hugo und Eduardo Trainer-Stab Nati C.R.


In der zweiten Halbzeit ging das grosse Zittern los! Valon Behrami, der 2:0-Schütze von Bern, ersetzte den gelb-belasteten Philippe Degen. Die Türken drückten und drückten und erhielten in der 52. Minute einen Penalty geschenkt, der noch zu reden geben wird: Hatte Marco Streller Serhat Akin getroffen oder nicht? Jedenfalls sah der VfB-Söldner Gelb und Ates Necati verwandelte zum 3:1. Nun begann eine emotionelle Achterbahnfahrt, die man nicht alle Tage (zum Glück) erleben kann. Den aggressiven und hinterlistig agierenden Türken fehlte nur noch ein Tor zum Glück. Die Köbi-Boys suchten endlich auch das zweite Tor. Sie spielten nun im Mittelfeld flüssiger und direkter, Tranquillo Barnetta, unser Nachwuchsheld, rannte die Seitenlinie auf und ab wie ein Verrückter. Und Alex Frei hätte für eine ruhigere letzte halbe Stunde sorgen können, wenn er nach gut einer Stunde einen tollen Querpass Barnettas aus 10 Metern freistehend nicht übers Tor geschossen hätte (Erinnerung an Dublin wurden wach, als Frei den Matchball fürs WM-Ticket gegen Irland vergeben hatte!). Auch Wicky mit einer Direktabnahme (67.) und Streller nach einem unmotivierten Volkan-Ausflug (78.) hatten das zweite Schweizer Tor auf dem Fuss. Das Leiden ging weiter. Einige (vor allem Rolando) machte sich Luft mit Göthe-Zitierungen a la gran madre de etc. , andere, u.a. Don Ursulo, brachte eine zeitlang gar nichts mehr raus. Wie eine versteinerte Mumie sass er statisch auf dem heissen Stühlchen und wollte sich nicht ausmalen was passieren würde, wenn den Yoghurttrinkern der vierte Treffer gelingt. Doch Rivelinho, mit grosser Unterstützung von Don Ursulo, setzte immer wieder zum rhythmischen Klatschen und Hopp Schwiiiz-Rufen an, die vom Saal dankbar aufgegriffen wurden. Die anwesenden Costaricanischen Gäste wussten wohl gar nicht, wie sehr die Schweizer den Fussball lieben. Spannung und Dramatik pur. Man spürte die Vibs im Saal. Köbi-Rufe wurden angestimmt! Vamos! Hitziger und giftiger hätte die Schlussphase nicht sein können. Die Türken griffen nun zu allen schmutzigen Tricks, Penalties sollten geschunden werden, üble Grätschen in die Beine der Schweizer, Stossen und Schubsen überall. Der Sall forderte vehement "Tarjeta" (gelbe Karte) oder "fuera" (Ausschluss). Doch der Schiri spielte nicht mit. Doch irgendwie hatte man noch immer ein gutes Gefühl. Ex-Servettien und Abwehrturm Senderos hatte bis auf eine Szene die Sache im Griff, der Fels in der Brandung. Der Türkei nützte auch nichts mehr, dass Coach Fatih Termin Joker Tümer (er hatte in der WM-Qualifikation die Siegtreffer gegen die Ukraine und Albanien erzielt) brachte. Im Gegenteil: In der 84. Minute umspielte Marco Streller nach einem Klasspass von Frei bei einem Konter Goalie Volkan und erzielte in seinem 7. Länderspiel endlich sein erstes Tor! Das noch aus spitzem Winkel, Marco, wieso so schwierig wenn es doch einfach geht? Freudentanz total. Ausgeflippte Dreamers und überschäumige Freude. Es sollte das goldene Tor zur Sicherung des WM-Tickets sein.

Streller vorbei an Volkan zum 2:3!





Seit geraumer Zeit an war das hiesige TV-Kanal 7 bei uns und filmte mit. Für die Hauptnachrichten am Abend wollte man den Ticos zeigen wie die Schweizer Fans im Lande sich an die WM feierten. Währendessen Don U im Radio in Hüppi-Manier die WM-Teilnahme auf 99% beschrieb, ging das Zittern nochmals los und die Türken schöpften Hoffnung: Tuncay, wieder er, wieder mit einem Kopfball auf 6 Metern, gelang noch das 4:2. Lange 4 Minuten. Rivelinho hatte schon seit geraumer Zeit zu härterem als Vino greifen müssen, nun hielt auch er es kaum mehr aus und verbarg sein Antlitz hinter der mitgebrachten Schweizerfahne. Seine Glücksfahne, gekauft anno 1993 beim Estlandspiel, gespickt mit Hopp Schwiiz und Allez Servette-Sprüchen. Sollte sie wieder Glück bringen? Fast vorbei, doch nochmals ein dummer Freistoss aus 20 Meter für die Ottomanen…

Das Gefühlsbad ist schwierig zu beschreiben, ich glaube allen hartgesottenen Fußballfans ging es gleich. Egal ob als Auslandschweizer in Costa Rica oder Australien, zu Hause im Schwyzlerländli. Einfach einmalig.

Schlusspfiff. Aus! DEUTSCHLAND 2006 - wir kommen!

Zum Glück filmte das Fernsehen unsere Freudensprünge, da ging was ab, Schweizer und Costaricaner lagen sich in den Armen, hüpften und schrien.
Keine 3 Minuten nach Abpfiff floss bereits der Siegeschampagner! Vielen Dank Werni, du hast an alles gedacht! Oder um es in den Worten von Marco Streller auszudrücken: "Es ist einfach nur geil!" Eine Erinnerung die uns lange begleiten wird.

Köbi - Daumen hoch und Prost auf das 2:4!


Dreamers ebenfalls: Schampus Hoch! (Indio,Gino,Juan,Don U, Rive, v.l.n.r.)



Für die Träumer aus Coschta Rikka fing die Feier erst richtig an. Rivelinho organisierte ein Fan-Konvoi. Ja, richtig gelesen, auch die Auslandschweizer können so gut hupen wie die Italos oder die Brasilianer. Der 4er-Autozug, geschmückt mit Schweizer Fahnen, Fahrzeug 1 mit Reto, unserem Diego, der die Karawane ins Stadtzentrum führen sollte. Im 2. Auto als Steuermann Gino Baumann, C.R.'s ältester Schweizer Fußballfan, Jahrgang 1926 (!) einfach super dieser junggebliebene Gino (!), setzte sich langsam in Bewegung! Sogar Juan Cayasso fuhr mit, und schwang sein CH-Fähnchen. Im dritten Auto dann Pick und Rolando und als krönender Abschluss, Don Ursulo und Rivelinho.

Die Ticos staunten nicht schlecht, als die ulkige Truppe den ehrwürdigen Paseo Colon herabfuhr. Aber immer gab es einen Daumen hoch und ein paar Suiza-Rufe! Rivelinho holte sich gar noch ein paar "Bläuele", so übel hat er die Fahne aus dem Fenster gewunken. Der "Flow" war unbeschreiblich, Hemmungen alle über Bord geworfen, es wurde gar weitergehupt bei den "Transitos" in der Nähe. Rivelinho zeigte sich grosszügig bei den vorbeilaufenden hübschen Muchachas und forderte sie auf "Chica, ven conmigo a Alemania!". Doch Don Ursulo hielt die Geschwindigkeit hoch, so dass man noch immer in Originalbesetzung am Bestimmungsort eintraf. Soviel hupen gab mächtig Durst, der sollte schliesslich im Königshof gelöscht werden. Impis für den Durst, gute Stimmung, der Laden war fest in Schweizer Hand. Don Joseph, ein ehemaliger Spielervermittler aus der Tschechei zitterte immer noch für seine Jungs aus Prag. Ein klärender Anruf mit Resultatbestätigung - Tschechei auch qualifiziert. Nochmals Jubel.
Der ganz harte Kern zog noch viele Häuser weiter. Das Motto hiess: Party von 12 bis 12. Die Nachrichten um 19 Uhr wurden mit grosser Spannung erwartet - und prompt hüpfende Dreamers und Interviews. Super! Der harte Viererkern aka Kleeblatt Infernal (Rive, Pick, Rolando (zeitweise schwer im Öl..) und Don U) hielt durch bis Mitternacht. Dann bezahlten aber auch Sie dem Bacchus Tribut. Zufrieden und voller Stolz marschierten sie von dannen, in alle Windrichtungen. Was für ein Tag! Wunderbar!

PS: Nachtrag: Donnerstag bezahlten wir allen den Preis….doch der kann ja nicht hoch genug sein!

Auf bald, mit den besten Grüssen in die ganze Welt!

Euer Swiss Dream Team - Costa Rica




Ein ganz spezieller Tag erlebte auch unser Dreamer-Kamerad, Rolf aka El Verano, aber liest selbst seine Geschichte:

"Habe dich ja am Mittwoch kurz vor dem Matsch noch aufs Nati angerufen aber du warst ja schon total im Fan Fieber und gar nicht mehr ansprechbar.............

Wollte dir eigentlich da nur sagen, dass ich kurzfristig am Mittwoch morgen einen Flug nach San Jose gebucht habe und dann um 9 3o Uhr in voller "Fan Pracht" auch in den Flieger gestiegen bin. wollte euch nicht im Stich lassen und wo möglich als einziger Dreamer fehlen! hoffe natürlich schon, dass du mich nun für den imperial Fan Preis vorschlägst?

und nun der Hammer, bei der geglückten Zwischenlandung in Samara ging nichts mehr, Motorschaden mitten im Busch!! Ja also nach San Jose kam ich nicht und musste so raschmöglichst versuchen mit einem Taxi wieder nach Nosara zu kommen, wo ich dann 30 min vor dem Spiel noch rechtzeitig ankam.

Schade, wollte bei euch im Palma real in voller Montur zur Party einlaufen (siehe Fotos) aber eben..."

Rolf's Freudensprung in den Pool brachte ihm zwar nicht den erhofften Impi-Fan-Preis aber Headlines im Blick! (siehe Ausgabe vom 18.11.2005)

Der WM-Freuden-Sprung von S.D.T.-Spieler El Verano in 4 Akten





Hier noch ein paar Zeilen von einem anderen Dreamer-Freund, Werni in der Schweiz, die ich euch auf keinem Fall vorenthalten kann. (Originalfassung)

Lieber Diego, Liebe Dreamers in Costa Rica,
Unglaublich, was da ablief. ich habe nach Spielschluss verzweifelt nach deiner Telefonnummer gesucht, bitte gib mir die doch gelegentlich mal durch. Ich war, glaube ich, im Leben noch nie so nervös vor einem Fußball-Match wie gestern. Den ganzen Tag konnte ich kaum arbeiten, auf dem Heimweg mit dem Auto, musste ich stoppen, es hat mir den Magen so zugeschnürt, dass es mir eine halbe Stunde vor Spielbeginn richtig schlecht wurde. Ich habe das Spiel zu Hause geschaut, ich mochte nicht unter die Leute (irgendwelche unqualifizierten oder gar pro-türkische Bemerkungen hätte ich nicht vertragen). So sah und vor allem hörte man einen nach der 1. Spielminute wie ein Wahnsinniger "Hands" durch den Tiergarten schreien und als Frei anlief (der ja nicht sonderlich in Form ist diese Saison und ich schon Schlimmes befürchtete), konnte ich nicht mehr hinschauen, TOOOOR 0 zu 1, unglaublich... Aber was machen wir jetzt? es geht ja noch fast 90 Minuten, dachte ich und prompt... Zur Halbzeit stand es 2 zu 1 für die Türken. Da Bier etwas beruhigt, habe ich nonstop Bier in mich hineingeschüttet. Kurz nach Wiederaufnahme das 3 zu 1 , nun konnte ich nicht mehr und so ist es zu etwas gekommen, zu was ich noch nie fähig war, ich habe den TV abgestellt (ja, du hast richtig gelesen), bin ins Zimmer und habe mich zu meinem Selbstschutz schon vorgestellt, dass es nicht reichen wird. Es waren ja noch fast 40 Minuten zu spielen und alle psychologischen Vorteile nun auf der Seite der Türken, ich habe die Schweizer wirklich abgeschrieben. Natürlich hielt ich es in meinem Zimmer fast nicht aus, so habe ich im Internet den Tages Anzeiger angeklickt, auf dessen Seite das Resultat immer aktuell angegeben war. Immer und immer wieder klickte ich auf "aktualisieren" und immer noch stand bei den Türken eine 3 statt eine 4 im Internet. Ich habe meinen grossen Wecker auf das Pult gestellt und ausgerechnet, dass es wohl um 21.13 Uhr definitiv vorbei sein muss. 21.00 Uhr vorbei, immer noch 3 zu 1.. Plötzlich höre ich mein Handy, das ich in der Stube liegen gelassen habe, jemand sendet mir ein SMS. Das kann nicht sein, denke ich, die Schweizer müssen nun wohl das 4. Tor erhalten haben, denn wenn die CH ein Tor geschossen hätte, würde niemand Zeit haben, mir ein SMS zu senden. Ich wollte es aber nicht anschauen gehen und blieb im Zimmer. Ca. 21.05 Uhr plötzlich höre ich im oberen Stock ein Frauengeschrei, ein Tor muss gefallen sein, nur für wen ??? Irene hat unterdessen den TV wieder tonlos angestellt und sie kam zu mir ins Zimmer gerannt mit der himmlischen Nachricht: Krasser Stockfehler eines türk. Verteidiger, fantastische Vorlage von Frei auf Streller, 3 zu 2 , TOOOOR ! Unglaubliche Freudentänze in und um unsere Wohnung, ich schreite in meinem Leben, so glaube ich noch nie so laut und alles aus mir heraus. Kaum habe ich mich etwas erholt fällt das 4 zu 2 und es sind noch fast 6 Minuten zu spielen, nein , nein, nein, das darf nicht sein. Jetzt konnte ich nicht mehr. Ich habe mich auf dem WC eingeschlossen, oben durchs Maul liefs Bier hinein und gleichzeit unten wieder raus... dieses Bild hättest Du sehen müssen, ich sass volle 6 Minuten auf dem WC und trank Bier und urinierte gleichzeitig...unglaublich aber wahr, der Schlusspfiff kam , ich hörte dies am Geschrei der Nachbarn. So konnte auch ich mich nun aus dem WC begeben und musste einfach mal durchschnaufen. Meine Energie war gleich null, ich war komplett leer. Im ersten Moment konnte ich gar nicht mehr richtig jubeln, nach dem Schlusspfiff. Dann aber gings sehr schnell, ab in die Stadt dachte ich mir, ich habe Edi meinen Bruder angerufen und mit ihm im Niederdorf abgemacht. Denkste, da war spätestens ab Löwenplatz kein Durchkommen mehr, Fans überall, Tanzen auf der Strasse, der öffentliche Verkehr brach komplett zusammen. Ich denke es waren wohl fast Costa Ricanische Verhältnisse. Nach ca. 2 Stunden Fest auf den Strassen ging ich dann mit Edi in den Johaniter und genehmigten uns dort ein Rindsfilet mit Pommes Frites und einen Schämpis (ich hatte gestern ja noch Geburtstag!!) . Um ca. 2 Uhr gingen wir nach dann nach Hause und das TV brachte dann den ganzen Match nochmals am TV. Dies konnte ich dann in höchsten Zügen geniessen. Irgendwann um 4 Uhr ging ich dann schlafen. Heute morgen sitze ich nun im Büro , habe Tagi und Blick vor mir. Im Moment läuft so wenig, dass ich ruhig alle Zeitungsberichte lesen kann. Nur schade , dass ich alleine im Büro bin, sonst würde ich heute nachmittag um 14.30 Uhr unsere Helden am Flughafen abholen gehen. Heute und wahrscheinlich auch die nächsten paar Tage wird wohl alles Negative so ziemlich an mir abprallen, ich fühle mich schlichtweg glücklich.
Also weiter gehts am 9.12.05 , ja ich hätte gar nichts gegen Costa Rica in der gleichen Gruppe, wobei diese 2 Teams wohl im gleichen Topf landen werden (wohl im Topf 4?). Egal jetzt schlagen wir auch Brasilien !
also Diego machs guet, nächstes Jahr sehen wir uns wohl irgendwo in Deutschland...
Lieber Gruss,
Werni aus Züri



Behandlung der Schweizer und ihren Fans auch in der Presse miserabel



Dreamer's beim drittvorletzten "Zarpe" = der letzte Drink



Der vom Swiss Dream Team arg kritisierte Zubi mit Siegescigarre (keine Don U)



Unser "Ehrengast" und Teamputzfrau Utzgür jr. (Sohn des berühmten Schmidt-Chauffeurs Utzgür), äusserte sich zu den verbalen Provokationen von S.D.T.-Starverteidiger Rolando. Blumen für Utzgür jr. bitte direkt an die Recepión Jardines del Recuerdo, Heredia.